Erwachsene und Senioren

Wichtig bei der Behandlung einer Skoliose sind regelmäßige Reha-Maßnahmen, die nur in einer hierfür ausgewiesenen Fachklinik durchgeführt werden sollten. Je nach Beschäftigungsstand des Versicherten übernimmt die Kranken- oder die Rentenversicherung rund alle vier Jahre die Kosten für einen solchen Aufenthalt. Der Bundesverband steht hier gern mit Rat und Tat zur Seite.

Einfach aktiv bleiben

„Machen Sie einfach, worauf Sie Lust haben!“ So könnte kurz gefasst der Rat an Skoliose-Patienten lauten, die sich Gedanken machen, was sich jetzt im privaten Bereich alles für sie ändert. Sicherlich ist eine Skoliose auch mit einigen Einschränkungen verbunden, aber das allermeiste bleibt auch jetzt noch möglich. Das geht schon beim Sport los – auf gar keinen Fall sollte man darauf verzichten. Die meisten Sportarten können auch mit Skoliose problemlos ausgeübt werden. Viel Bewegung trägt sogar dazu bei, dass die Muskulatur gestärkt wird – wichtig, um den Knochenapparat zu entlasten.

Kann ich das überhaupt anziehen? Wenn Sie ein neues Lieblingsstück in Ihrer Boutique entdeckt haben – einfach ausprobieren. Weich fließende Stoffe, leicht kaschierende Schnitte oder die angesagte Layer-Optik mit weiterer Bluse über einem Top – auch mit Skoliose kann man modisch durchs Leben gehen.

À propos „durchs Leben gehen“: Das muss man auch mit Skoliose nicht allein machen. Bleiben Sie weiterhin offen und neugierig – gehen Sie auf andere zu. Knüpfen Sie Kontakte und denken Sie immer daran, dass andere in Ihr Gesicht schauen – und bestimmt nicht auf Ihren Rücken.

Alle diese Themen kommen bei den Veranstaltungen, die der Bundesverband regelmäßig durchführt, zur Sprache. Hier können Sie sich mit anderen Betroffenen treffen und sich austauschen. Auch die Selbsthilfegruppen bieten hierfür eine gute Möglichkeit.

Reisen, sportliche Betätigung und Hobbys gehören für viele Senioren heute zum Ruhestand einfach dazu. Muss das mit Skoliose anders sein? Ganz sicher nicht: Denn das Leben kann mit Skoliose aktiv weitergehen.

Aktiv auch im Alter.

Skoliose im Alter – was ist jetzt zu beachten? Im Grunde ändert sich mit fortschreitendem Lebensalter nicht viel: Unsere Informationen und Hinweise für andere Skoliose-Betroffene gelten also auch für alle im Alter von 60 plus.

Bleiben Sie also möglichst aktiv und treiben Sie Sport, um die Behandlung der Skoliose positiv zu unterstützen. Um die Schmerzen zu lindern, kann auch hier das Tragen einer Orthese sinnvoll sein. Im Fokus steht dann nicht, wie in der Wachstumsphase die Korrektur der Fehlstellung, sondern die stützende Funktion zur Entlastung des Knochenapparats und damit die Schmerzminderung.

Ebenfalls der Linderung von Schmerzen dienen eine fortlaufende Physiotherapie und die Behandlung mit Medikamenten. Und regelmäßige Reha-Maßnahmen sind nicht nur etwas für jüngere Betroffene: Auch ältere Patienten können hier profitieren und sollten sich nicht scheuen, entsprechende Anträge zu stellen.

Wenn eine degenerative Skoliose Probleme bei Herz und Lunge verursacht, gibt es Maßnahmen zur Linderung. Diese Möglichkeiten sollten Sie mit dem Arzt Ihres Vertrauens besprechen.

Bei größeren Beschwerden durch Schmerzen kann im fortgeschrittenen Alter eine Operation angeraten sein. Mit der Aufrichtung der Wirbelsäule und der Entlastung zusammengedrückter Nervenstrukturen lässt sich hier eine deutliche Verbesserung erzielen. Durch die veränderte Knochenstruktur im Alter ist diese Operation allerdings ein anspruchsvoller Eingriff, der nur in ausgewiesenen Fachkliniken durchgeführt werden sollte. Auch hier gilt: Persönlicher Rat sollte an erster Stelle stehen.

Trotz aller Möglichkeiten der modernen Medizin und Reha-Technik kann eine Skoliose die Gesundheit so beeinflussen, dass eine berufliche Tätigkeit nicht mehr möglich ist. Mit der Erwerbsminderungsrente bietet die gesetzliche Rentenversicherung hier zumindest die Möglichkeit eines finanziellen Ausgleichs. Auch ein vorgezogener Ruhestand kann dann in Betracht kommen. Beides wird in der Regel ab 50% Schwerbehinderung gewährt. Da beide Themen äußerst komplex sind, sollte man sich hierüber individuell beraten lassen. Unter www.deutsche-rentenversicherung.de erhalten Sie ausführliche Informationen. Auch der Bundesverband Skoliose-Selbsthilfe e. V. hilft Ihnen hier gern weiter.

Bei einer Skoliose im Erwachsenenalter gibt es je nach Ausprägung eine Reihe von Therapien, die je nach Ausprägung eingesetzt werden. Ganz besonders wichtig ist aber: aktiv bleiben! Auch mit Skoliose sollte man sich möglichst viel bewegen und Sport treiben. Es gibt kaum eine Sportart, die man nach Rücksprache mit dem Arzt nicht auch mit Skoliose ausführen kann. So wird die Muskulatur gestärkt und der Knochenapparat entlastet.

Begleitend hierzu ist kann eine Physiotherapie helfen und Beschwerden lindern. Eine Liste von Physiotherapeuten bietet der Bundesverband auf seiner Homepage www.bundesverband-skoliose.de

Eine weitere Therapiemaßnahme sind schmerzlindernde Korsetts. Diese werden individuell angefertigt und sollte nach Anweisung des Arztes tagsüber mehrere Stunden getragen werden.

Wenn die konservativen Therapieformen nicht ausreichen, kann eine Operation angeraten sein. Ziel einer solchen Operation ist die Dekompression von Nerven, Korrektur und Stabilisierung der Skoliose. Dies wird durch Schrauben und Stäbe erreicht, die in die Wirbelsäule eingesetzt werden. Eine solche Operation kann heute vielfach schon minimalinvasiv durchgeführt werden. Dennoch handelt es sich um einen komplexen Eingriff in die Wirbelsäule der mit entsprechenden Risiken verbunden ist.

Wichtig bei der Behandlung einer Skoliose sind regelmäßige Reha-Maßnahmen, die nur in einer hierfür ausgewiesenen Fachklinik durchgeführt werden sollten. Je nach Beschäftigungsstand des Versicherten übernimmt die Kranken- oder die Rentenversicherung rund alle vier Jahre die Kosten für einen solchen Aufenthalt. Der Bundesverband steht hier gern mit Rat und Tat zur Seite.

Versicherungen, Rente, Therapiekosten – bei einer Skoliose muss man sich mit vielen sozialrechtlichen Aspekten auseinandersetzen. Dabei ist es besonders wichtig, sein gutes Recht gegenüber den Leistungsträgern zu kennen. Der Bundesverband hat hier schon einiges, zum Beispiel im Bereich der Langzeitverordnung, erreicht. Wenn auch nicht jede Skoliose in diese Form der vereinfachten Genehmigung übernommen wurde, so ist es doch ratsam, einen Antrag hierfür bei der Krankenkasse zu stellen. Ausführliche Informationen hierfür bietet die Homepage des Bundesverbandes.

Die Kosten für die regelmäßige Reha übernimmt je nach Art der Beschäftigung, die Kranken- oder Rentenversicherung. Sie wird meist alle vier Jahre gewährt. Je nach Ausprägung der Skoliose kann auch ein Antrag auf Anerkennung von Schwerbehinderung oder einer Erwerbsunfähigkeitsrente erfolgreich sein. Hier sollte man sich auf jeden Fall ausführlich beraten lassen, damit solche Anträge Aussicht auf Erfolg haben. Die Fachleute des Bundesverbandes helfen hier gern weiter: Wir arbeiten hier außerdem mit einem Anwaltsbüro zusammen, dass sich auf diese Aspekte spezialisiert hat.

Hilfsmittel zur Erleichterung des Alltags, zum Beispiel bei der Arbeit im Büro, werden von der zuständigen Schwerbehindertenstelle zur Verfügung gestellt. Ganz gleich, ob Hilfsmittel, Rente oder Reha: Eine umfassende Information und Hilfestellung ist hierbei besonders wichtig – dafür ist der Bundesverband Skoliose-Selbsthilfe e. V. da.