Kinder und Jugendliche: Trotz Skoliose gut ins Leben starten.

Wenn bei einem Kind oder Jugendlichen Skoliose diagnostiziert wird, stellen sich viele Fragen. Wichtig ist es jetzt, sich fachkundig über Therapien und rechtliche Aspekte zu informieren. Auch die seelische Unterstützung ist bei Heranwachsenden besonders wichtig.

Sich selbst akzeptieren

Skoliose – ändert sich mein Leben jetzt total? Wie reagieren Freunde und Mitschüler auf mich? Berechtigte Fragen, die sich jugendliche Betroffene schnell stellen. Natürlich bedeutet Skoliose manchmal eine Einschränkung, aber im Grunde ist viel mehr möglich, als Betroffene am Anfang vielleicht denken. So gibt es zum Beispiel beim Sport keine wirkliche Einschränkung – im Gegenteil: Bewegung unterstützt die Korrektur der Wirbelsäule und trainiert Herz und Lunge. Selbst Leistungssport ist mit Skoliose ohne weiteres möglich.

Das gilt ebenso für die Berufswahl: Prinzipiell ist hier alles möglich. Man sollte sich einfach selbstbewusst fragen, was man sich zutraut und wo eventuell Grenzen liegen könnten.

Auch modisches Outfit ist mit Skoliose kein Problem: Eventuell zeichnet sich das Korsett unter der Bekleidung ab, sodass man eine andere Konfektionsgröße braucht. Durch eine offene Bluse überm Shirt, einen lässig drapierten Schal oder eine Jacke kann man die Krümmung der Wirbelsäule oder das Korsett sehr gut kaschieren.

Das Wichtigste bei allen diesen Aspekten ist aber eine selbstbewusste Haltung und eine positive Ausstrahlung. Wenn man seine Skoliose vor anderen offen anspricht, nimmt man einer möglichen Ablehnung und Lästern von Anfang an den Wind aus den Segeln. Ein Leben mit Skoliose ist nämlich ganz normal.

„Machen Sie einfach, worauf Sie Lust haben!“ So könnte kurz gefasst der Rat an Skoliose-Patienten lauten, die sich Gedanken machen, was sich jetzt im privaten Bereich alles für sie ändert. Sicherlich ist eine Skoliose auch mit einigen Einschränkungen verbunden, aber das allermeiste bleibt auch jetzt noch möglich. Das geht schon beim Sport los – auf gar keinen Fall sollte man darauf verzichten. Die meisten Sportarten können auch mit Skoliose problemlos ausgeübt werden. Viel Bewegung trägt sogar dazu bei, dass die Muskulatur gestärkt wird – wichtig, um den Knochenapparat zu entlasten.

Kann ich das überhaupt anziehen? Wenn Sie ein neues Lieblingsstück in Ihrer Boutique entdeckt haben – einfach ausprobieren. Weich fließende Stoffe, leicht kaschierende Schnitte oder die angesagte Layer-Optik mit weiterer Bluse über einem Top – auch mit Skoliose kann man modisch durchs Leben gehen.

À propos „durchs Leben gehen“: Das muss man auch mit Skoliose nicht allein machen. Bleiben Sie weiterhin offen und neugierig – gehen Sie auf andere zu. Knüpfen Sie Kontakte und denken Sie immer daran, dass andere in Ihr Gesicht schauen – und bestimmt nicht auf Ihren Rücken.

„Schwanger mit Skoliose – sehr bedenklich!“ Was stimmt an dieser Aussage? Kurz gesagt: gar nichts! Eine Skoliose wird durch Schwangerschaft und Geburt nicht verschlimmert. Skoliose-Patientinnen leiden nicht stärker an Rückenschmerzen, weder Herz noch Lunge sind durch eine Schwangerschaft stärker belastet als bei Frauen ohne Skoliose. Besprechen Sie diese Punkte am besten mit dem Arzt Ihres Vertrauens und lassen Sie sich auf keinen Fall durch „Dr. Google“ verrückt machen.

Alle diese Themen kommen bei den Veranstaltungen, die der Bundesverband regelmäßig durchführt, zur Sprache. Hier können Sie sich mit anderen Betroffenen treffen und sich austauschen. Auch die Selbsthilfegruppen bieten hierfür eine gute Möglichkeit.

Die Termine zu den Veranstaltungen unseres Bundesverbands und die Liste der Selbsthilfegruppen finden Sie auf unserer Homepage.