Was ist eine Skoliose?

Der Begriff kommt aus dem altgriechischen und wurde schon von Hippokrates für eine Verkrümmung der Wirbelsäule verwendet und geprägt. Eine „echte" Skoliose ist nicht nur seitlich verkrümmt, sondern auch in sich mehr oder weniger verdreht. Daher spricht man auch von Rotationsskoliose.  Seitliche Verkrümmungen unter 10° nach Cobb und ohne Verdrehung der Wirbelkörper zueinander werden als skoliotische Fehlhaltung bezeichnet. 

Der Cobb - Winkel

Der Cobb-Winkel (benannt nach dem US-amerikanischen Chirurg und Orthopäden John Robert Cobb) wurde ursprünglich zur Klassifikation der Skoliose genutzt, um anhand eines Röntgenbildes die Abweichungen der Wirbelsäule in der Frontalebene zu messen.

Seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule

Ganz gerade ist eine Wirbelsäule bei den meisten Menschen allerdings nicht: Erst bei einer Krümmung von mehr als 10° nach Cobb liegt eine Skoliose vor. Nach dieser Definition hat 1% aller Menschen eine Skoliose, davon rund die Hälfte mit einer Verkrümmung von mehr als 20°.

Was für Skoliosearten gibt es?

1. Idiopathische Skoliosen

  • Die idiopathische Skoliose ist die häufigste Form (etwa 80-90%). Sie tritt meist zu Beginn der Pubertät auf und verschlechtert sich in den Wachstumsschüben. Die Ursachen hierfür sind bisher unbekannt.
     
    • infantile idiopathische Skoliose: < 3 Jahren
    • juvenile idiopathische Skoliose: < 10 Jahren
    • adoleszente idiopathische Skoliose: > 10 Jahren 

2. Kongenitale Skoliose

  • Hierbei handelt es sich um eine angeborene Form der Skoliose. Ursache kann z.B. die Fehlbildung von Wirbelkörpern sein.

3. Neuromuskuläre Skoliose

  • Diese Art der Skoliose entwickelt sich aufgrund von Störungen, die die Muskeln oder Nerven betreffen, wie z.B. bei der Zerebralparese, einer Muskeldystrophie oder einer Spina bifida.

4. Syndromale Skoliose

  • Diese Form tritt in Verbindung mit bestimmten genetischen Syndromen auf, wie z.B. dem Marfan-Syndrom, dem Ehlers-Danlos-Syndrom oder dem Down-Syndrom.

5. Degenerative Skoliose

  • Die degenerative Skoliose tritt hingegen erst bei älteren Menschen auf. Sie wird durch einen Verschleiß der Bandscheiben und eine Instabilität der Wirbelsäule verursacht.

Zusätzlich wird auch die Bezeichnung Early Onset Skoliose (EOS) verwendet, bei der die Skoliose im Alter von unter 10 Jahren diagnostiziert wurde. Hierbei können verschiedene Formen der Skoliose (idiopathisch, kongenital, neuromuskulär und syndromal) gemeint sein.